Verwirrung statt Vereinheitlichung

Der neue Duden (25. Auflage) ist gerade erschienen und auch die 7. Auflage des Wahrig ist da. Jedoch: Statt, wie erhofft, endlich Licht ins Rechtschreibdunkel zu bringen, sorgen die Unterschiede der beiden Wörterbücher bei der Anwendung der neuen Regeln für ordentlich Verwirrung.

Richtiges Schreiben ist zur lustigen Lotterie geworden – je nachdem, welches der beiden Standardwerke man benutzt. Das große Los haben diejenigen gezogen, die aufgrund ihres Berufes nicht schreiben müssen. Was aber ist mit den Redakteuren oder Journalisten, deren Aufgabe auch die gescheite Anwendung unserer Sprache ist? Ganz zu schweigen von den Schülern und Lehrern, welche die Reform der Reform über sich ergehen lassen mussten.

Ob  dahingehend oder dahin gehend, seit neuestem oder seit Neuestem, hierher gehörig oder hierhergehörig geschrieben werden soll, hängt nun von der Verwendung des entsprechenden Wörterbuches ab.

Natürlich, Reform bedeutet immer auch Entwicklungsprozess – aber, sollte diese Phase der Entwicklung, Diskussion und Ausgestaltung nicht dem eigentlichen Akt der Reformierung vorangehen, statt Stück für Stück nachgeschoben zu werden? Die aktuelle Entwicklung lässt die Spannung steigen, ob und wann wohl die Reform der reformierten Reform zu befürchten ist.